08.06.2025 – Andeer – Thusis
Von Andeer folgt die Via Spluga zunächst durch das Schams nach Norden. Bei Zillis liegt mit der Kirche St. Martin eines der bedeutendsten romanischen Kunstwerke der Schweiz. Berühmt ist vor allem die bemalte Holzdecke aus dem 12. Jahrhundert mit 153 einzelnen Bildtafeln, weshalb die Kirche gelegentlich als „Sixtina der Alpen“ bezeichnet wird.
Danach beginnt der spektakulärste Abschnitt der letzten Etappe: die Viamala-Schlucht. Der Hinterrhein hat sich hier tief in den Kalk- und Schieferfels eingeschnitten. An den engsten Stellen stehen die bis zu 300 Meter hohen Felswände nur wenige Meter auseinander. Der Name Via mala – „schlechter Weg“ – verweist auf die Schwierigkeiten, die dieser Abschnitt Reisenden während Jahrhunderten bereitete.
Historische Wege, Galerien, Brücken und moderne Stege machen die Entwicklung des Verkehrs durch die Schlucht sichtbar. Besonders markant ist der Traversinersteg, der hoch über einem Seitental der Viamala liegt.
Mit zunehmender Nähe zu Thusis weitet sich das Tal wieder. Nach rund 18 Kilometern endet die Etappe in Thusis und damit auch die Via Spluga.
Die gesamte Wanderung verbindet damit zwei historische Alpenübergänge zu einer grossen Rundroute: über die Via Sett von Chur und dem Septimerpass nach Chiavenna und anschliessend über die Via Spluga, den Splügenpass, die Roffla- und Viamala-Schlucht zurück nach Thusis. Auf vergleichsweise kurzer Distanz wechseln sich dabei rätoromanische, italienische und Walser Kulturräume ebenso ab wie Hochtäler, Moorlandschaften, Kastanienwälder, alpine Passregionen und tief eingeschnittene Schluchten.















































